Burg Jahresausstellung
Wie macht man etwas sichtbar, ohne zu bestimmen, was gesehen werden soll?
Kontext
Einmal im Jahr öffnet die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ihre Ateliers, Werkstätten und Seminarräume für die Öffentlichkeit. An verschiedenen Hochschulstandorten und weiteren Orten in Halle zeigt die Jahresausstellung Arbeiten von mehr als 1.000 Studierenden aus Kunst und Design und gibt Einblick in Projekte und Prozesse der vergangenen beiden Semester.
Eine solche Vielfalt zu kommunizieren, stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Auswahl einzelner Arbeiten würde diese zwangsläufig gegenüber anderen hervorheben; ein übergeordnetes Key Visual wiederum würde den vielen unterschiedlichen künstlerischen und gestalterischen Positionen ein einziges Bild voranstellen. Wie kann eine Kunsthochschule die Vielfalt ihrer Jahresausstellung vermitteln, ohne selbst festzulegen, was für sie stehen soll?
Ansatz
Die Kampagne zeigt die Arbeiten deshalb nicht, sondern beschreibt, was zu sehen sein könnte. Inspiriert von Alt-Texten treten spekulative Bildbeschreibungen an die Stelle tatsächlicher Bilder und laden dazu ein, sie sich selbst vorzustellen. Die visuelle Identität bleibt bewusst offen und schafft Raum für unterschiedliche Erwartungen, Assoziationen und Interpretationen.
Das Publikum wird damit selbst an der Entstehung der Bilder beteiligt: durch Lesen, Vorstellen und Interpretieren, noch bevor es den tatsächlichen Arbeiten begegnet. Die Kampagne greift damit etwas Grundsätzliches aus Kunst und Design auf: Bedeutung wird nicht einfach vorgegeben, sondern entsteht durch Wahrnehmung und Interpretation.
Projektdokumentation