I said ‘Auf Wiedersehen’
Wie werden persönliche Geschichten Teil einer größeren Geschichte?
Kontext
1938 und 1939 entkamen mehr als 10.000 überwiegend jüdische Kinder mit den Kindertransporten der nationalsozialistischen Verfolgung und gelangten nach Großbritannien. Die meisten ihrer Eltern blieben zurück. Anlässlich des 85. Jahrestags erzählt die Ausstellung diese Geschichte anhand von Briefen und Postkarten aus fünf Familien. Sie berichten von Trennung und Ungewissheit, aber auch von der Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Ansatz
Historische Erzählungen schaffen oft Distanz. Die Gestaltung löst einzelne Sätze aus der privaten Korrespondenz der Familien und überführt sie aus der Intimität des Briefes in den öffentlichen Raum. Stark vergrößert werden die Zitate zu Stimmen innerhalb der Ausstellung und im Berliner Stadtraum, ohne ihren historischen Zusammenhang unmittelbar preiszugeben. Sorgen, Hoffnungen und Erfahrungen von Trennung lassen sich so zunächst aus der Gegenwart heraus lesen und berühren auch heutige Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. Erst danach erschließt sich ihre Herkunft. Vergangenheit und Gegenwart treten miteinander in Beziehung, statt Geschichte auf Distanz zu halten.
Projektdokumentation