Weiße Texttafeln der Kindertransport-Ausstellung im hellen Atrium; mittig ein englisches Zitat über die Hoffnung, dass kein Krieg kommt.
Hochformatiger Blick in die Kindertransport-Ausstellung mit Briefzitaten, blauen Bänken und geschwungenen Galeriebrüstungen.

I said ‘Auf Wiedersehen’

Wie werden persönliche Geschichten Teil einer größeren Geschichte?

Kontext

1938 und 1939 entkamen mehr als 10.000 überwiegend jüdische Kinder mit den Kindertransporten der nationalsozialistischen Verfolgung und gelangten nach Großbritannien. Die meisten ihrer Eltern blieben zurück. Anlässlich des 85. Jahrestags erzählt die Ausstellung diese Geschichte anhand von Briefen und Postkarten aus fünf Familien. Sie berichten von Trennung und Ungewissheit, aber auch von der Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Ansatz

Historische Erzählungen schaffen oft Distanz. Die Gestaltung löst einzelne Sätze aus der privaten Korrespondenz der Familien und überführt sie aus der Intimität des Briefes in den öffentlichen Raum. Stark vergrößert werden die Zitate zu Stimmen innerhalb der Ausstellung und im Berliner Stadtraum, ohne ihren historischen Zusammenhang unmittelbar preiszugeben. Sorgen, Hoffnungen und Erfahrungen von Trennung lassen sich so zunächst aus der Gegenwart heraus lesen und berühren auch heutige Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. Erst danach erschließt sich ihre Herkunft. Vergangenheit und Gegenwart treten miteinander in Beziehung, statt Geschichte auf Distanz zu halten.

Projektdokumentation

Blaue Ausstellungsmodule im Atrium; braune Rückseiten präsentieren Briefe, Fotografien und Informationen zum Kindertransport.
Entwurfsübersicht der Ausstellungsmodule: große Briefzitate auf weißen Vorderseiten und Dokumente auf braunen Rückseiten.
Freistehendes weißes Ausstellungsmodul mit zweisprachigem Einführungstext im Atrium; davor eine blaue Sitzbank.
Blick zwischen weißen Ausstellungstafeln mit übergroßen deutschen und englischen Briefzitaten.
Blick von oben auf die Kindertransport-Ausstellung mit weißen Texttafeln, blauen Bänken und Besucherinnen und Besuchern.
Nahaufnahme schwarzer Briefzitate auf gestaffelten weißen Ausstellungstafeln; Vorder- und Hintergrund sind unscharf.
Blaue Ausstellungsmodule mit historischen Dokumenten und Fotografien; eine Tafel trägt „Neues Zuhause / New Home“.
Braune Ausstellungstafel „Ungewissheit / Uncertainty“ mit Briefen, Formularen und historischen Familienfotografien.
Weiße Ausstellungstafeln mit groß gesetzten Briefzitaten; mittig „Gestern spielte ich Klavier und sprach mit Mrs. Welch deutsch“.
Besucherinnen und Besucher zwischen hohen weißen Texttafeln der Kindertransport-Ausstellung im Atrium.
Mehrere Doppelseiten des Begleithefts mit großen Briefzitaten, historischen Porträts und Dokumenten auf dunklem Grund.
Plakat „Worried as no letters from you.“ in einem Straßenrahmen; davor eine vorbeigehende Person und abgestellte Fahrräder.
Weißes Ausstellungsplakat mit dem Briefzitat über Klavierspiel, Mrs. Welch und die Erinnerung, in London zu sein.
Weißes Plakat „I said ‘Auf Wiedersehen’“ mit dem großen Briefzitat „Manchmal ist mir bang nach Dir.“
Weißes Ausstellungsplakat mit dem groß gesetzten englischen Briefzitat „Worried as no letters from you.“
Weißes Ausstellungsplakat mit dem Briefzitat „I hope, war will not come. If he is coming although, God bless you and uncle and aunty!“
Wand mit dicht nebeneinander geklebten Ausstellungsplakaten und großen Briefzitaten; eine Person geht davor vorbei.

Projekt

Projekttitel
I said ‘Auf Wiedersehen’
Auftraggeber*in
Freundeskreis Yad Vashem / Berthold Leibinger Stiftung
Jahr
2024
Leistungen
Ausstellungsgrafik, Kampagnengestaltung, Publikationsgestaltung
Rolle
Konzeption, Art Direction, Gestaltung, Projektleitung, Produktionsbetreuung
Kuration
Ruth Ur
Grafikdesign
Sarah Fricke, Lea Sievertsen, Pawel Wolowitsch (Distaff Studio)
Ausstellungsarchitektur
Kooperative für Darstellungspolitik
Ort
Paul-Löbe-Haus, Deutscher Bundestag, Berlin
Bildnachweis
Gregor Matthias Zielke (Eröffnung), art/beats (Ausstellungsansichten)
Schriften
Repost und Four Grotesk von HAL Typefaces