Mercury Garden
Wann kippt Anziehung in Unbehagen?
Kontext
Mercury Garden begleitet Simone Karls gleichnamigen Werkzyklus aus Skulpturen, Installationen und Collagen. Ihre Arbeiten verbinden organisch anmutende Formen mit industriellen Materialien, Schmuckelementen, Haken, Ketten und Spitzen. Sie bewegen sich zwischen Anziehung und Abwehr: Was aus der Entfernung vertraut oder verführerisch erscheint, kann aus der Nähe irritierend oder bedrohlich wirken. Die Publikation versammelt diese Arbeiten im Zusammenhang mit Karls Stipendium an der Trittauer Wassermühle 2023/24.
Ansatz
Diese Spannung zwischen Anziehung und Unbehagen wird in die Erfahrung des Buches übertragen. Ein giftiges Gelbgrün zieht sich durch die Publikation und changiert zwischen verführerischer Intensität und Warnsignal. Für den Umschlag werden einzelne Elemente aus Karls Skulpturen isoliert und als Blindprägungen über die Fläche verteilt. Aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, erinnern sie zunächst an organische Formen oder botanische Fundstücke; erst bei genauerem Hinsehen wird ihre industrielle Herkunft erkennbar. Im Inneren geben ruhige, großzügige Seiten den Arbeiten Raum, während intensiv gefärbte Bildstrecken immer wieder visuelle Spannung erzeugen.
Projektdokumentation